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Neuanlage und Wiederherstellung von Biotopgewässern im Jahr 2026


Nach einer durch den Förderstopp im Jahr 2025 bedingten Pause konnten in diesem Jahr endlich wieder wertvolle Amphibiengewässer neu angelegt oder wiederhergestellt werden. Folgende Gewässer wurden mit dem Bagger entlandet und von beschattenden Gehölzen freigestellt: der völlig zugewucherte Teich bei Kaltenreuth, der sog. "Kammmolchweiher" beim Forsthaus des Herzoglich Bayerischen Forstguts Banz und der Zeitelbach bei Prächting. Diese Gewässer bieten ihren tierischen Bewohnern nun wieder mehr Lebensqualität.
Besondere Aufmerksamkeit kam dabei dem Kammmolchweiher beim Forsthaus Banz zu: Durch Zufall ist bei Baggerarbeiten am verlandeten und zugewachsenen Teich neben dem Banzer Forsthaus im Frühjahr 2024 ein adulter Kammmolch entdeckt worden, der dort zuletzt 2017 nachwiesen wurde und den Teich früher als Laichgewässer genutzt hat. Der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus) ist die seltenste unserer drei heimischen Molcharten und wird in der Roten Liste der Amphibien Bayerns als stark gefährdet eingestuft. Im Landkreis Lichtenfels konnten im Rahmen der Artenschutzkartierung (ASK) des Landesamtes für Umwelt (LfU) bislang nur vereinzelte Nachweise des Kammmolches erbracht werden; es ist davon auszugehen, dass der Kammmolch im Landkreis Lichtenfels und darüber hinaus akut vom Aussterben bedroht ist. 
Kammmolche bevorzugen krautreiche, besonnte und nicht zu flache (mindestens 1 m tief) Kleingewässer ohne Fische; durch Verlandung und Beschattung von Gehölzen hat das ehemalige Laichgewässer am Banzer Forsthaus sehr viel Qualität eingebüßt, weswegen dringender Handlungsbedarf gegeben war.
Der LPV, das Forstgut Banz und der BN haben zusammen mit Garten- und Landschaftsbau Christa aus Altenkunstadt im vergangenen Oktober daher den Teich entlandet und von Gehölzen freigestellt. So wurde wieder eine offene Wasserfläche geschaffen und zusätzlich eine Tiefwasserzone angelegt. Außerdem wurden die Gehölze ausgelichtet, damit wieder mehr Licht auf die Wasseroberfläche dringen kann. Nun heißt es abwarten bis zur nächsten Amphibienlaichzeit im kommenden Frühjahr, ob sich wieder Kammmolche zur Fortpflanzung am Forsthausteich einfinden werden. Da die Molche bis zu 18 Jahre alt werden können, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Teich wieder besiedelt wird und diese faszinierende Art in unserem Landkreis heimisch bleibt.

Ansprechpartner


Dr. Carolin Lang-Groß

Diplom-Biologin; Biotopflächen innerorts; Umsetzung EU-Wasserrahmenrichtlinie an Gewässern 3. Ordnung; Neuanlage und Wiederherstellung von Biotopgewässern

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